Zusicherung Kelhof, Sirnach

1695_01

Wir, Franciskus, von Gottes Gnaden Abt des lobwürdigen Klosters Fischingen, tun denen hieran gelegen kund und mit diesem Brief zu wissen, dass nachdem wir die Herrschaft Tannegg von ihrem hochfürstlichem Gnaden Herrn He. Marquard Rudolph, Bischof von Konstanz, käuflich an uns gebracht haben, darauf auch das zugleich verlangen, was tanneggisch als altes Urbarium (Liegenschaften-Verzeichnis) durchging. Darin ist eine jährliche Zinsleistung von 11 Mutt Kernen (770 kg Dinkel), 3 Malter Hafer (540 kg), 4 Gulden (Fr. 8.50) und 10 Batzen (Fr. 0.09) befunden. Falls sich eine Nachlässigkeit einschleichen sollte, benachrichtigt uns, euer anvertrautes Kloster, in Veränderung der Zeiten wegen kleinen Zinsposten. Insbesondere der Kelhof der ehrsamen und loblichen Gemeinde im Dorf Sirnach, dessen notwendige Unterpfand nicht in Schriften verfasst, noch angedeutet wurde, sondern sicher verzinst wurde, kann zu grossem Schaden kommen und viel Streitigkeiten auf sich ziehen. Also haben wir nach weiser Überlegung diese Sache mit der genannten Gemeinde im Dorf Sirnach geklärt. Diese muss uns den Zins bezahlen und gebührt sich der Wahrheit, soweit unser gnädiger Wille vernehmen lässt, anstatt den Unterpfanden (wenn die Zinsen nicht gezahlt werden können wird ein Unterpfand fällig) zu dienen. Nach gehaltener Beratung hat sich oben genannte ehrsame Gemeinde sich anstatt begangener Unterpfanden dem Kloster zuzustehen willig anerboten und gänzlich versprochen. Zur Urkunde dessen haben wir unser abteiliches Siegel an diesen Brief hängen lassen, sowie von Seiten Sirnach der ehrsame und unser getreue liebe tanneggische Ammann Christoph Baumgartner mit seinem Amtssiegel.

8. Juli 1695

Siehe dazu Chronik „Sirnach … von einst bis heute“ A II 44 bis 46